VOR DEM SOMMERMUSIK EVENT TRAF DER VERKEHRSVEREIN DEN KüNSTLER.

Gregor Meyle: Im Sommer ist immer mehr Party

Gregor Meyle
Gregor Meyle (Foto: Dennis Zimmer, 47Design Werbeagentur)

Den Auftakt bei der 5. Auflage der Sommerusik in Kempen, dem angesagten Open Air-Event, macht am Freitag 19. Juli 2019 (20.30 Uhr) Gregor Meyle mit seiner Band. Wir trafen den aus dem TV (Sing meinen Song – Das Tauschkonzert, Meylensteine) bekannten 40-Jährigen Singer-Songwriter vom Bodensee zu einem exklusiven Interview.

Auf welches Programm dürfen sich die Fans bei Ihrem Konzert in Kempen freuen. Alt und neu gemischt? Sie haben ja Ihr neues Album „Hätt´ auch anders kommen können“ mit im Gepäck.
Gregor Meyle: Wir haben im Sommer immer ein komplett anderes Programm als im Winter. Da wird immer mehr getanzt und die Leute sollen einen schönen Sommerabend haben. Im Winter ist das in den Clubs ein bisschen intimer, da spielen wir mehr Balladen. Im Sommer ist immer ein bisschen mehr Party.

Sie sind mit ihrer Band schon lange zusammen und im wahrsten Sinne des Wortes ein eingespieltes Team …
Gregor Meyle: Teilweise kennen wir uns schon 15 Jahre. Vieles hat sich über Sing meinen Song so ergeben. Im Prinzip ist es meine komplette ´Sing-meinen-Song-Band´. Wir waren vorher schon Buddys, aber seit Sing meinen Song kann ich es mir leisten die Leute auf der Bühne zu haben. Vorher haben wir zu zweit oder zu dritt gespielt, zehn Jahre lang.

Wann ging es mit dem großen Erfolg von Sing meinen Song los?
Gregor Meyle: 2014. Seitdem spielen wir auch zusammen. Deshalb spielen wir im Januar, Februar und März auch keine Konzerte, weil sie dann immer bei Sing meinen Song sind. Danach spielen wir auch wieder Konzerte. Mittlerweile haben wir rund 600 gemeinsame Shows gespielt.

Gregor Meyle
Der Musiker aus Backnang vom Bodensee hatte Spaß beim Interview. (Foto: Dennis Zimmer, 47Design Werbeagentur)

Gibt es für Sie einen emotionalen Unterschied zwischen einem Hallenkonzert und einem Open-Air-Konzert?
Gregor Meyle: Wie ich eben schon mal gesagt habe: Die Leute haben mehr Lust auf Party, wollen sich aber auch mal hinsetzen auf die Decke oder mal ´ne Wurst essen. Wollen einfach ´ne schöne Zeit haben und kommen oft mit der ganzen Familie. Und im Sommer ist ein bisschen mehr Animation auf der Bühne gefragt. Wenn du zehn Leute auf der Bühne hast, kannst du musikalisch im Prinzip fast alles machen. Wir sind schon sehr breit gefächert.

Was macht Ihnen mehr Spaß, Studio oder Bühne?
Gregor Meyle: Beides. Je mehr man macht, desto reflektierter ist man. Desto weniger Zeit verliert man mit Dingen, die man hinterher wieder löscht und nicht verwendet.

Kennen Sie die Locations in denen Sie Open Air auftreten? Schauen Sie sich diese vorher schon an?
Gregor Meyle: Wir spielen ja manchmal mehr als 100 Konzerte im Jahr. Wenn ich mir das jedes Mal vorher anschauen würde, würde die Zeit knapp. Das Wichtigste ist immer das Publikum. Welche Art von Musik du auf der Bühne machst, genau das Publikum ziehst du zu den Konzerten an. Mit 90 Prozent der Leute, die da im Publikum stehen, würde ich auch ein Bier trinken gehen. Sind geile Leute. Das ist es, was es ausmacht. Wenn die Rahmenbedingungen so sind, dass ein Konzert stattfinden kann, wird es ein toller Abend. Im Sommer sind wir eigentlich immer alle fit. Eine Location kannst Du erst einschätzen, wenn Du schon mal dort gespielt hast.

Gregor Meyle
Ein Star ohne Allüren und zum Anfassen: Ist am Ende des Interviews noch Zeit für Erinnerungsfoto? Kein Problem! (Foto: Bildagentur ZIGE Zimmer + Geub - 47Design)

Hat man auf einer Tournee schon mal Zeit sich die Orte, in denen man spielt, anzuschauen?
Gregor Meyle: Kommt immer darauf an, was man am Vorabend gemacht hat. In der Regel habe ich ein Klappfahrrad dabei und entdecke viel. Wir spielen auch viel im Osten in Städten und Gegenden, die nur wenige kennen oder von denen man noch nie was gehört hat. Da sind unfassbare Perlen dabei, wie zum Beispiel Bad Elster und Pösneck. Zehn Kilometer vor der tschechischen Grenze gibt es da wunderbare kleine Barockstädtchen. Und dann stehen da plötzlich 2000 Leute vor der Bühne und du fragst dich, wo kommen all die Leute jetzt her. Ich gucke mir immer gerne die Gegend an und gehe ein Spaghetti-Eis essen oder mal ins Freibad.   

Wie würden Sie Ihren eigenen Musikstil beschreiben?
Gregor Meyle: Schwierige Frage. Ganz klassisch betrachtet nennt man das Singer-Songwriter. Ich bin aber Fan von ganz unterschiedlichen Musikrichtungen. Ich mag Jazz, Pop, alles was irgendwie Seele hat. Da ist es Wurscht, welche Musikrichtungen das sind. Trance, Techno, House, völlig egal, Hauptsache da ist Seele drin und die Musik ist gut gemacht. Vor kurzem war ich bei Paul McCartney. Das einzige Konzert, zu dem ich seit fünf Jahren hinkonnte. Das war klasse. Paul hat gerockt mit 76 Jahren. 43 Songs in drei Stunden. Das ist schon ein großes Vorbild, weil er auch menschlich ein sehr, sehr cooler Typ ist.

Wann und wo schreiben Sie Ihre Songs?
Gregor Meyle: Man wird immer angetriggert durch Situationen, die um einen herum passieren. Das kann sehr viel Intimes sein. Zum Beispiel sind auf meinem neuen Album Dinge verarbeitet, wie die Geburt meine Tochter und, dass meine Mutter gegangen ist. Solche Dinge verarbeitest du beim Songschreiben. Manchmal ist es auch gar nicht so schlecht, mal zwei bis drei Monate nichts gemacht zu haben. Dann setzt du dich wieder hin und lässt einfach laufen. Wenn du ´ne gute Melodie gefunden hast, brauchst du sie auch nicht aufschreiben oder mitschneiden. Die bleibt hängen und kommt am nächsten Tag wieder. Ich finde es erstaunlich, dass es immer wieder neue Songs gibt. Ich habe bestimmt 80 Instrumente, in denen so viel Musik drinsteckt. Die muss man nur irgendwie rausholen. Wichtig ist, sich selber keine Grenzen zu setzen. Ich liebe so viel unterschiedliche Musik und versuche sie auf meinen Alben einzufangen. 

Sind Sie eine echte „Rampensau“ auf der Bühne?
Gregor Meyle: Ein guter Freund von mir hat mal gesagt, dass ich eine typische Waage bin. Für mich ist Harmonie ganz wichtig. Wir sind mit mehr als 18 Leuten auf Tournee. Wenn man mehr als 100 Tage in einem Tourbus unterwegs ist, in dem nicht viel Platz ist, muss man sich schon gut verstehen. Wir sind alle gut miteinander befreundet und können uns blind aufeinander verlassen. Das sind richtig geile Leute und alles Musiker, die in der Champions League spielen. Wichtig ist, dass man sich von den anderen immer inspirieren lässt. Wir sind schon eine tolle Gemeinschaft.

● Mehr Infos: www.gregor-meyle.de

Das Interview führte: Uli Geub, Fotos: 47Design Werbeagentur - Dennis Zimmer

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