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IM SOMMER BEI EXTREMER HITZE UND TROCKENHEIT LEIDEN BäUMEN UND PFLANZEN IM STADTGEBIET.

Gießpate für Pflanzen gesucht

Der Verkehrsverein hat Wasserwagen gebaut.
Der Verkehrsverein hat Wasserwagen gebaut. Hier probiert Bürgermeister Volker Rübo gerade einen aus ...

Besonders in den letzten Jahren sorgten die Sommer mit extremer Hitze und Trockenheit bei Bäumen und Pflanzen für großen Stress. Der Verkehrsverein hat reagiert und eigene Wasserwagen entwickelt, mit denen die Vegetation auf den eigenen Straßen versorgt werden kann. Jetzt sucht der VVK engagierte Gießpaten, die sich in ihrem Viertel um das Grün kümmern.  

„Mit Karl-Heinz Hermans haben wir ein ganz großes Vorbild in unserer Stadt und unserem Verein. Er hat die Blumen und Pflanzen auf der Ellenstraße, seinem Wohnsitz, über viele Jahre mit Wasser versorgt. Dabei ist er auch auf eine Leiter gestiegen und hat hohe Pflanzkübel an den Laternen gewässert“, so Jürgen Hamelmann, 1. Vorsitzender des Verkehrsverein Kempen.

Genau auf ein solches private Engagement baut jetzt auch der Verein, der sich Gedanken machte, wie der unter großer Trockenheit in den Sommermonaten leidenden Vegetation geholfen werden kann. In seiner Baufirma entwarf und konstruierte Jürgen Hamelmann Wasserwagen, mit denen man die Pflanzen auf der heimischen Straße und im angrenzenden Wohnviertel versorgen kann. Für die 220 Liter fassenden mobilen Wassertanks sucht der Verein jetzt engagierte Paten, die ein Herz für Bäume, Pflanzen und Beete haben. Nach einem mehrwöchigen erfolgreichen Testlauf des Prototyps auf der Mülhauser Straße, steht einem breiteren Einsatz der Wagen nichts mehr im Wege.   

Die neuen Wasserwagen des Verkehrsverein in Bildern

Brunnen für die dauerhafte Bewässerung von Vorteil

Heijo Rox und Jürgen Hamelmann (Verkehrsverein) und Bürgermeister Volker Rübo.
Heijo Rox und Jürgen Hamelmann (Verkehrsverein) und Bürgermeister Volker Rübo kümmern sich gemeinsam um die Pflanzen in Kempen.

An der Konstruktion der Wasserwagen wurde lange getüftelt, damit sie allen Bedürfnissen gerecht wird. So sorgen große Reifen für ein leichtes, stabiles Handlung und der hohe Aufbau des Tanks dafür, dass auch beispielweise Wassersäcke an Bäumen versorgt werden können. Jetzt müssen nur noch getreu dem Motto „Frage nicht, was Deine Stadt für Dich tun kann, sondern überlege, was Du für eine Stadt tun kannst“ die passenden Gießpaten gefunden werden. „Dieses Motto ist im Grunde der Leitspruch für den Verkehrsverein für die Jahre 2020/21 mit seinen besonderen Herausforderungen“, so Jürgen Hamelmann.

Die angedachte Bewässerung der Areale in den Wohnvierteln geschieht in enger Absprache mit dem Kempener Grünflächenamt. So soll abgestimmt werden, in welchen Bezirken Patenschaften die Bewässerung der Bäume und Beete übernehmen. Auch die Stadtwerke Kempen haben dem Verkehrsverein ihre Unterstützung bei dem Bewässerungs-Projekt zugesagt. „Wichtig für die neuen Gießpaten ist, dass sie möglichst einen eigenen Brunnen und einen sicheren Abstellplatz für den kleinen Wasserwagen haben“, erklärt Hamelmann. Gleichzeitig sagt der Vereinsvorsitzende den neuen Helfern seine Unterstützung beim Service zu. „Sollte mal ein Schlauch kaputt gehen oder ein Reifen klemmen, stehen wir helfend zur Seite. Auch bei der Unterbringung im Winter, wenn die Wagen nicht gebraucht werden, helfen wir und holen die Wagen gegebenenfalls zurück auf unser Firmengelände“. Eine Idee für die Zukunft ist ein Sponsoring für die Wasserwagen. Wer sich finanziell an den Kosten der Wagen oder mit Werbung auf den selbigen beteiligen will, kann sich gerne mit dem Verkehrsverein in Verbindung setzen.      

Zitate Patricia Schürmann und Volker Rübo

VOLKER RÜBO (Bürgermeister der Stadt Kempen): „Der neue Wasserwagen ist genau das, was den Verkehrsverein auszeichnet: die Gelegenheiten zu sehen, wo es wirklich wichtig ist, sich zu engagieren. Die Natur leidet jetzt schon den dritten Sommer in Folge und die Wässerung können unsere Mitarbeiter nicht alleine schaffen. Es wäre schön, wenn sich Straßengemeinschaften für die neuen Wasserwagen finden. Für einen alleine ist das, glaube ich, zu viel. Es müssten ein paar Leute sein, die sich zusammenschließen und die Arbeit teilen, so dass das Fass intensiv im Einsatz ist und die Bäume gehalten werden können. Die Bäume, die wir im öffentlichen Raum angepflanzt haben, sind ja praktisch die Bäume in den Gärten der Menschen. Das Kleinklima wird dadurch verbessert. Von daher müsste jeder daran interessiert sein, die Sache zu unterstützen. Wir am Niederrhein waren klimatisch in den vergangenen Sommern besonders beeinträchtigt“.


PATRICIA SCHÜRMANN (Leiterin des Grünflächenamtes der Stadt Kempen): „Sieben Leute vom Baubetriebshof sind täglich unterwegs, um die Pflanzen und Bäume zu wässern. Um ein paar Zahlen zu nennen: 65.000 Liter werden jeden Tag mit sechs Gießfässern rausgebracht. Noch dazu sind mobile Regner im Einsatz, die in den Parks stehen, wie dem East-Cambridgeshire-Park oder am Hohenzollernplatz. Wir haben rund 14.000 Bäume plus den Forstbereich im Stadtgebiet. Wir sehen vor allem die Geschwindigkeit mit der die Bäume abgehen. Vor allem die heimischen Arten, die sich immer schwerer tun. Trotz des Regens der letzten Wochen sind wir nicht an dem Punkt, dass der Boden so durchfeuchtet ist, dass Wasser wurzelverfügbar ist für die Bäume. Das ist das Riesenproblem. In diesem Jahr haben wir schon im April angefangen mit dem Wässern, früher als alle Jahre zuvor. Was uns aktuell ein bisschen Gute kommt ist, dass es nicht so heiß ist und nicht permanent die Sonne vom blauen Himmel scheint. Sie sehen immer mehr weiße Stämme im Stadtgebiet. Das ist ein Schutz vor Sonnenbrand, mit dem wir ebenfalls vermehrt zu tun haben. Das machen wir zum Schutz bei Jungbäumen, aber auch bei alten Bäumen. Durch Fällungen stehen plötzlich Bäume frei und ungeschützt. Wenn die nun pralle Sonne bei der Hitze abbekommen, gibt es einen Sonnenbrand“.

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